Donnerstag, 19. Januar 2017

Geschmorter Chicorée mit Kakao Nibs & Birnen

Mögt Ihr Chicorée? Dieses doch recht bittere Wintergemüse ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Meine übrigens auch nicht, aber ich mag es, mir bisher unbekannte oder in der Kindheit abgelehnte Gemüsesorten eine erneute Chance zu geben 😉
Und Chicorée ist  recht vielseitig und auch noch gesund! Da musste ich mich dann mal heranwagen. Den Ausschlag hat das Magazin Einfach Hausgemacht gegeben. In der aktuellen Print-Ausgabe sind nämlich mehrere Chicorée-Rezepte enthalten, u.a. dieser geschmorter Chicorée mit Kakao Nibs.
Wie gesagt: Chicorée ist wirklich bitter. Im Rezept wird deshalb etwas (Rohr-)Zucker verwendent, dass diese Bitterkeit abmildert. 
Die Kakao Nibs sind auch eine coole Idee, dass konnte ich mir anfangs gar nicht vorstellen. Als das Gericht aber auf meinem Teller lag, war ich angenehm überrascht, denn es schmeckt echt gut! Dazu habe ich übrigens noch Birnen gemacht, die bringt noch etwas Fruchtsüße mit sich.
Zum Chicorée:
Saison hat dieses Gemüse vor allem in den Wintermonaten, von Dezember bis März. 
Nach der Ernte sollte er auf jeden Fall kühl und dunkel gelagert werden. In Supermärkten ist Chicorée oft in einer kleinen Holzkiste im Gemüseregal zu finden.
Wie die meisten Gemüsesorten ist Chicorée kalorienarm und reich an Vitaminen und Mineralstoffen (bei richtiger Lagerung) wie Phosphor, Kalium und auch Calcium.
Der Grund weshalb dieses Gemüse so bitter ist, ist der Stoff Lactucopikrin. Dieser Stoff wirkt verdauungsanregend. Es stimuliert die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse, die viele Hormone wie z.B. Insulin produziert und auch Enyzme.
Tipp:
Damit die grüne Farbe der Blätter erhalten bleibt, sollte man bei der Zubereitung etwas Zitronen-oder Orangensaft zufügen. Der Strunk ist wie auch bei Kohlarten am bittersten, sodass man den ruhig entfernen kann, wenn man es weniger bitter haben möchte.
vegetarisch - laktosefrei

Zutaten für 2 Portionen:
2 Chicorée
etwas frisch gepresster Orangensaft + Abrieb der Orange
1 TL Kakao Nibs
1 EL Butter
1 gestrichener EL Rohrzucker
1 Prise Salz
2 Birnen

Zubereitung:
Von den beiden Chicorée-Köpfe die äußeren welken Blätter entfernen und anschließend unter kaltem Wasser gut abspülen und abtropfen lassen.
Den Strunk jeweils entfernen. Chicorée halbieren.
In einer großen Pfanne die Butter zerlassen und den Rohrzucker zufügen und karamellisieren lassen. Die Kakao Nibs, Salz und Orangenschale zufügen.
Die Chicorée-Hälften mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne legen. Mit etwas Orangensaft ablöschen, Deckel draufsetzen und ca. 10-15 Minuten schmoren. Nach der Hälfte der Zeit den Chicorée wenden und ggf. etwas Flüssigkeit zufügen. 
Dazu passt frisch gebackenes Brot oder Reis als Beilage. 

Mit diesem Rezept mache ich mit bei Clara's neuer Aktion "Die Gemüse Expedition" vom Blog Tastesheriff. Sie stellt jeden Monat eine Gemüsesorte vor, zu der sich Blogger ein Rezept ausdenken können. Die Rezepte werden dann alle auf einem Pinterest-Bord gesammelt, auf das jeder zugreifen kann. Eine tolle Aktion!
Hier seht ihr die Gemüsesorten für die nächsten Monate:
 
 

Montag, 16. Januar 2017

Spaghetti mit Rote Bete Pesto & Erbsen

So ein knalliges Gericht braucht es an so grauen, tristen Tagen wie diesem. Und wenn dann noch Montag ist, sowieso 😉
Und wer jetzt denkt: "Wie, muss ich die Nudeln jetzt komplett selbstmachen und einfärben?! Wie aufwendig...😳" den kann ich beruhigen. Man greift hier nämlich zu der Spaghetti-Packung, die im Vorratsschrank steht und die rote Bete macht den Rest.
Das Rote Bete Pesto habe ich schon in den letzten Jahren ab und zu gemacht, meist mit der vakuumierten roten Bete. Dieses Mal habe ich es aber mit der frischen gemacht und muss sagen, dass es um Längen besser schmeckt, auch wenn es leider etwas aufwendiger ist, da die rohe rote Bete noch gegart werden muss.
Ich glaube aber, der Geschmack entschädigt diesen Mehraufwand! ;)
Und weil zu pink auch ziemlich gut grün paast (nein, keine Sorge, als Kombi bei Klamotten würde ich das jetzt nicht wagen!), habe ich noch Erbsen als Topping gemacht!
 optisches Highlight auf dem Mittagstisch - vegan - ein etwas anderes Pesto
Zutaten für eine Portion
2 kleine Rote Bete Knollen
etwas Olivenöl
Kräutersalz
1 EL Sonnenblumenkerne
1 Prise Zucker
1 Spritzer Zitronensaft
100 g TK-Erbsen
Frische Petersilie oder TK-Ware
100 g Spaghetti (je nach Hunger)

Zubereitung:
Zuerst den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Währenddessen die rote Bete schälen und in kleine Würfel schneiden (dazu am besten Einmalhandschuhe anziehen, die färben ganz schön!). Die Rote Bete mit Olivenöl und Kräutersalz vermengen, auf ein Backblech geben und ca. 30 Minuten backen.
Einen Kochtopf mit wenig Wasser aufsetzen. Sobald es zu kochen anfängt, 1 Prise Salz und die TK-Erbsen dazufügen und ca. 8 Minuten dünsten bei geschlossenem Deckel (alternativ einfach in der Mikrowelle garen).
Einen weiteren Topf mit Wasser aufsetzen und die Spaghetti darin kochen.
Wenn die Rote Bete gar ist, die Würfel in ein hohes Gefäß geben, einen Spritzer Olivenöl, Zitronensaft, Zucker und die Sonnenblumenkerne dazugeben und mit dem Standmixer gut durch pürieren.
Das Pesto abschmecken und ggf. nachwürzen.
Wenn die Nudeln gar sind, abgießen, aber einen kleinen Teil des Kochwassers behalten. Das Rote Bete Pesto zu den Nudeln geben und miteinander vermengen, sodass die Spagehtti einen knalligen pinken Farbton erhalten.
Auf einen Teller geben, mit den Erbsen vermischen und zum Schluss noch die Petersilie zufügen.
Wer mag, kann noch ein bisschen Butter über die Spaghetti geben. 
Guten Appetit! 
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Donnerstag, 12. Januar 2017

Steckrüben-Eintopf & Eine neue Rubrik: Forgotten Food - Alte Gemüsesorten neu entdeckt

Mit diesem Rezept möchte ich gerne eine neue Rubrik ins Leben rufen, die mir sehr am Herzen liegt, nämlich regionale und vergessene Lebensmittel (Forgotten Food) wieder mehr in die Mahlzeiten zu integrieren.
 
Karotten, Tomate, Gurke - alles Gemüse, was jeder kennt und bestimmt auch sehr oft auf den Tisch kommt. Aber wie sieht es mit Gemüsesorten wie Steckrüben, Schwarzwurzel und Rübstiel aus?
 Der eine hat es vielleicht noch nicht einmal davon gehört, der andere weiß zumindestens, dass sowas existiert. Aber nur weil man es vom Sehen und Hören kennt, heißt es ja noch nicht, dass man weiß, wie man es zubereitet oder was man daraus überhaupt alles machen kann. So geht es mir nämlich auch immer, wenn ich auf dem Markt bin. Ich sehe zum Beispiel Schwarzwurzeln, habe sie schon in der Hand und dann frage ich mich: Was kocht man da überhaupt draus? Wenn mir wirklich partout nichts einfällt und ich die nächsten Tage schon die Mahlzeiten geplant habe, lege ich es meistens wieder zurück und nehme mir vor, erstmal in Kochbüchern oder im Internet nach ein paar leckeren Rezepten zu suchen. 

Heute habe ich mir die Steckrübe ausgesucht. Das Rezept macht meine Mutter schon seit Jahren immer in der Winterzeit, wenn die Steckrübe Saison hat und neulich habe ich es bei mir ausprobiert.
Die Steckrübe wird hier zusammen mit der Zwiebel in etwas Fett und Rohrzucker angeschwitzt, sodass ein leicht süßlicher Geschmack an den Eintopf kommt. Keine Sorge, diese süßliche Note dominiert nicht, denn Gewürze wie Senf und Majoran geben ebenfalls Geschmack. Ich habe es dieses Mal sehr gut mit dem Würzen gemeint und habe den Eintopf nachher beim Essen noch mit etwas Frischkäse verrührt, damit es etwas milder wird ;) 
Um den Eintopf noch sättigender zu machen, kommen Kartoffeln hinzu.
Ich mag Eintöpfe mit wenig Flüssigkeit am liebsten, deswegen dicke ich die übrig gebliebene Brühe mit Haferflocken oder Haferkleie an. Dieses Mal habe ich es nicht nur mit der Würze sondern auch mit den Haferflocken sehr gut gemeint. Wie ihr seht, ist das alles doch sehr frei von Flüssigkeit geworden :D Aber das kann man mit Brühe ja wieder ausgleichen ;)
Auch wenn ihr alleine wohnt, könnt Ihr ruhig die Menge für 2 Personen machen, dann habt ihr noch was für den nächsten Tag! 
optional vegan (Frischkäse einfach weglassen) - sättigend - winterlicher Eintopf

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g Steckrüben (geschält)
250 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 EL Rohrzucker
 500 ml Gemüsebrühe
2 EL Rapsöl oder Butter
1 TL Senf (mittelscharf)
Pfeffer
1 TL Majoran
2-3 EL Haferflocken oder Haferkleie zum Andicken

Außerdem:
Fein gehackte Petersilie
Saure Sahne oder Frischkäse

Zubereitung:
Zuerst die Zwiebel abziehen und fein würfeln. Die geschälte Steckrübe in mundgerechte Würfel schneiden.
Fett in einen Kochtopf geben, erhitzen und den Rohrzucker darin auflösen.
Zwiebelwürfel dazugeben und ca. 3 Minuten darin bräunen und dann die Steckrübenwürfel dazugeben. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden. Zu dem übrigen Gemüse geben und mit anschwitzen.
Wenn es unten am Kochtopf ansetzt, alles mit Gemüsebrühe ablöschen und mit Pfeffer, Majoran und Senf würzen.
Das Ganze ca. 20-25 Minuten kochen, die Garzeit ist davon abhängig, wie groß die Gemüsestücke sind. Einfach mit einem Messer reinpiksen, wenn Kartoffeln und Rüben weich sind, ist der Eintopf fertig. Zum Schluss die übrige Flüssigkeit mit Haferflocken oder Kleie andicken.
Auf zwei Teller geben, mit gehackter Petersilie bestreuen und wer mag kann noch etwas Frischkäse oder saure Sahne unterrühren.

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Montag, 9. Januar 2017

Tomatenreis mit Blumenkohl & Feta

Neues aus meiner Reihe "Unvorhersehbare Küchenereignisse und wie sich letzten Endes doch noch alles zum guten wandte":
Denn eigentlich sollte aus diesen Zutaten sowas wie "Blumenkohl-Schnitzel" (also Blumenkohl in Scheibenform) entstehen, mit Tomatensugo und Reis als Beilage. 
Nach dem Ofenaufenthalt wollte der Blumenkohl aber nicht in der Scheiben-Form bleiben und zerfiel sofort in tausend Teile, als ich ihn vom Blech heben wollte.
Also musste ich schnell umdisponieren und habe kurzer Hand einfach alles miteinander vermengt - Problem gelöst ;)
Da noch ein fast überfälliger Feta im Kühlschrank sein Dasein fristete, habe ich noch etwas von dem Käse hinein gebröselt.
Und es hat echt lecker geschmeckt! Wird definitiv ein Standard-Rezept wie schon meine Erbsen-Haferflocken-Patties oder der Matjes-Rote Bete-Salat mit Apfel und Kartoffel :)

Zur Zubereitung:
Während der marinierte Blumenkohl im Ofen gegart, kann derweil der Reis kochen und ihr bereit nur fix die Tomatensauce zu. Dafür braucht man lediglich Zwiebeln und Tomaten schneiden, ein bisschen im Topf umherrühren und alles gut abschmecken.
Zum Schluss werden alle drei Komponenten miteinander vermengt und wer es gerne käsig mag, gibt noch etwas Käse hinzu. Neben Feta passt bestimmt auch Mozzarella sehr gut oder aber auch etwas geriebener Gouda. Ihr bestimmt, was hinein kommt! 
vegetarisch - glutenfrei - herrlich würzig mit Chili

Zutaten für eine große Portion:
60 g Reis*
1 große Tomate
1 Zwiebel
150 g Blumenkohl
Salz & Pfeffer
Rapsöl
Piri Piri Gewürz (alternativ: Chili oder Paprika mit etwas Knoblauch)
Oregano
Tomatenmark
1 Prise Zucker 
50 g Feta

*Tipp: Ich habe Naturreis genommen, der mit 25-30 Minuten schon eine etwas längere Kochzeit hat. aber dafür auch noch alle Mineralstoffe die im Reiskorn drinstecken. Alternativ geht auch Parboiled-Reis. Dieser sieht auch wie der normale geschälte Langkornreis, besitzt aber durch ein spezielles Dampfverfahren weitaus mehr Mineralstoffe als die geschälte Variante. Die Kochzeit ist - soweit ich mich erinnere - dieselbe wie beim herkömmlichen Reis.

Zubereitung:
Zuerst den Ofen vorheizen, den Blumenkohl abwaschen und in kleine Röschen zupfen.
In einer Schüssel Öl und Gewürze vermischen und den Blumenkohl dazugeben. Alles miteinander vermengen und auf ein Backblech geben. Bei 180° ca. 20-30 Minuten backen.
Währenddessen den Reis kochen (Naturreis kocht mit ca. 25-30 Minuten länger als geschälter Langkornreis oder Parboiled-Reis).
In einem weiteren Topf eine vorher klein geschnittene Zwiebeln in etwas Öl anbraten. Die Tomate waschen und in mundgerechte Stücke schneiden und zu den Zwiebeln geben. Alles 2-3 Minuten anschmoren, mit Salz, Zucker, Pfeffer und Oregano würzen, Tomatenmarkt dazugeben und einen Deckel auf den Topf setzen. Alles 8-10 Minuten köcheln lassen auf mittlerer Hitze und hin und wieder durchrühren. Zum Schluss die Tomatensauce abschmecken.
Wenn der Blumenkohl aus dem Ofen kommt, mit dem gegarten Reis vermischen, dann die Tomatensauce untermengen und zum Schluss den Feta dazugeben.
Plant Ihr auch manchmal Gerichte,  die letzten Endes dann komplett anders werden?
Und vielleicht noch besser sind als der Ursprungs-Gedanke?

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